Wahe Guru – Sohum – Anand – Sarbat bhala

by Doris Schultz

(kein traditionelles Mantra)
In diesem Mantra verdichten sich für mich archetypische Erfahrungen, die in allen Kulturen und spirituellen Wegen auftauchen: Staunen, Verbundenheit, Freude und der Wunsch nach einem guten Leben für alle. Es ist eine Erinnerung an etwas zutiefst Menschliches, das jenseits von Religion, Sprache oder Herkunft wirkt.
Einführung
Dieses Lied ist ein stiller Gang ins Herz des Augenblicks. Es erinnert daran, dass Atem, Herzschlag und Bewusstsein nicht getrennt sind, sondern sich als lebendiges Gebet entfalten. Im Kommen und Gehen des Atems, im Aufsteigen und Abfallen des Lebens, öffnet sich ein Raum von Vertrauen, Zugehörigkeit und sanfter Hingabe an das, was trägt. Jeder Puls wird zur Erinnerung: Ich bin gehalten, ich bin Teil des Ganzen.
Begriffe
  • Wahe Guru ist kein Ruf nach einer äußeren Autorität und kein Lehrer, der verehrt werden muss. Es ist ein Ausruf des Staunens – ein freudiges Erkennen, dass es eine ordnende, weise Kraft im Leben gibt, die uns trägt, lehrt und führt. Ein Moment des Aufatmens, in dem Verstehen nicht gedacht, sondern gespürt wird.
  • So hum ist der Atem der Verbundenheit: Ich binIch bin Teil davon. Es erinnert daran, dass das Eigene und das universelle Ganze nicht getrennt sind, sondern sich im Atem begegnen.
  • Anand beschreibt die stille Freude, die entsteht, wenn wir uns mit diesem Vertrauen verbinden. Ein tiefes inneres Einverstanden-Sein mit dem Leben.
  • Sarbat bhala richtet diese Erfahrung nach außen. Es ist der Wunsch, dass das, was uns trägt und heilt, allen Wesen zugutekommt – als Mitgefühl, Wohlwollen und gemeinsames Menschsein.
Mantra-Text: Doris Schultz